Völkerkontrolle zur Bewertung auf Entwicklungsstand und Putzverhalten .

Die Varroamilbe - ein Bienenparasit

 

 

 

Alle Bienen haben einen besonderen Feind. Es sind kleine Milben - Varoamilben, welche sich in den Brutzellen vermehren, dann auf den Bienen sitzen und sich von ihrem Blut ernähren. Dabei schädigen sie die Bienen durch Schwächung und Sekundärinfektionen und verkürzen deren Lebenserwartung. Ohne Hilfe des Imkers kann es dann passieren, dass ein Bienenvolk in 1-2 Jahren an den Milben und ihren Auswirkungen eingeht.

 

 

 

Die Varroamilbe gibt es in Deutschland seit 1976. Damals wollte man im Zuge von Zuchtbemühungen eine asiatische Biene mit unseren Bienen kreuzen, da die asiatische Biene eine kürzere Entwicklungszeit hatte und man so hoffte, dass sich Völker im Frühjahr schneller entwickeln. Zu diesem Zweck importierte man die asiatischen Bienen nach Europa. Doch mit den Bienen importierte man unwissender Weise auch die Milben. Die asiatischen Bienen hatten auf Grund ihrer kürzeren Entwicklungszeit keine Probleme mit ihnen. Nur unsere Bienen - die längere Entwicklungszeit ließ es zu, dass sich die Milben stärker in den Zellen vermehren konnten. Durch Bienenverflug und Sammelbrutableger verstreuten sich die Milben immer mehr und parasitierten immer mehr Völker, mit der Folge des späteren Eingehens.

 

 

 

Aber die Imker brauchten sich nicht zu sorgen. Unsere Chemiekonzerne hatten schnell chemisch synthetisch wirkende Akredizide gegen die Milben auf den Markt gebracht. Diese wirkten anfangs auch prima, waren schnell und einfach in der Anwendung und alles wäre gut gewesen - wenn man die Anreicherung im Wachs und Honig außer Acht lassen würde. Wie immer in solchen Momenten war die Reaktion bei vielen Imkern und ihren Verbänden, bloss kein Thema daraus machen und eine Untersuchung des Honigs auf Rückstände, um mögliche Gesundheits-gefahren auszuschließen, nicht zur Vorschrift machen. Nur dummer Weise hatten sie ihre Rechnung ohne die Milben gemacht. Diese waren durch das permanente Vorhandensein der Mittel, auf Grund der Anreicherung im Wachs, resistent geworden.

 

 

 

Anders sieht es da bei den Bio-Imkern aus. Diese setzen organische Säuren (Ameisensäure oder Oxalsäure) ein. Ameisensäure ist sogar ein natürlicher Bestandteil im Honig, wenn auch nur im Nachweisbereich. Bei der Anwendung von Ameisensäure wird diese nach der Honigernte im Volk zum Verdampfen gebracht. Oder Oxalsäure welche in Form einer Zuckerlösung im Winter über die Bienen geträufelt wird und von ihnen sofort durch das gegenseitige Ablecken aufgenommen wird. Beide organischen Säuren werden von den Bienen gut vertragen und hinterlassen keine Rückstände im Volk. Ihre Anwendung ist zwar etwas aufwendiger, doch die Vorteile liegen auf der Hand, besonders da die Milben nicht resistent werden können.

 

 

 

Um den Befallsgrad und die Gesundheit der Völker mit den Milben über das ganze Jahr niedrig zu halten, kommt ein weiteres Verfahren zum Einsatz - das "Drohnenschneiden". Dabei wird der Umstand ausgenutzt, dass sich die Milben bevorzugt in der männlichen Drohnenbrut aufhalten. Dieses liegt an der etwas verlängerten Entwicklungszeit der Drohnen und an den größeren Zellen der Drohnenbrut. Bei dem Verfahren geben wir den Völkern zwei Rähmchen, ohne Mittelwand und lassen sie dort Naturwabenbau errichten - welchen sie dann als Drohnenbau ausführen, da ihnen kein Zellmuster durch eine Mittelwand vorgegeben wird. Bei jeder Völkerkontrolle von April - August schneiden wir dann immer die verdeckelten Drohnenzellen aus den Rähmchen und entnehmen so beständig eine gewisse Anzahl an Milben aus den Völkern. Dieses ist zwar eine Mehrarbeit, aber für die Bienengesundheit sehr wichtig. Die Wabenstücke werden nach ihrer Entnahme eingeschmolzen und wir erhalten als Dank frisches Wachs. Manchem Imker ist dieses zuviel Arbeit oder er meint, die Bienen bräuchten alle Drohnen zur möglichen Fortpflanzung der Königinnen. Doch alle Erfahrungen zeigen, trotz des Drohnenschneidens schlüpfen immer noch genug Drohnen in den Völkern und eine junge Königin findet immer Drohnen in der Nähe um sich mit ihnen zu paaren.